Historischer Erfolg bei den Deutschen Kata-Meisterschaften: HSV Stöckte gewinnt Gold und zweimal Silber
Die Deutschen Kata-Meisterschaften 2026 in Freital werden für den HSV Stöckte einen besonderen Platz in der Vereinsgeschichte einnehmen. Mit einem Deutschen Meistertitel und zwei Deutschen Vizemeistertiteln gelang den Stöckter Judoka ein nahezu perfektes Wettkampfwochenende.
Die Titelkämpfe standen dabei unter besonderen Vorzeichen. Bei hochsommerlichen Temperaturen von bis zu 37 Grad verwandelte sich die Wettkampfhalle in Freital in eine echte Herausforderung. Gerade im Kata-Wettkampf, in dem höchste Konzentration, Präzision und Körperspannung über mehrere Minuten hinweg gefordert sind, verlangten die Bedingungen den Athletinnen und Athleten alles ab.
Kata ist die traditionelle Wettkampfform des Judo. Anders als im direkten Kampf gegeneinander demonstrieren die Judoka festgelegte Techniken und Bewegungsabläufe. Bewertet werden dabei technische Perfektion, Kontrolle, Timing, Ausdruck und das harmonische Zusammenspiel der Partner. Jede Bewegung zählt.
Besonders bemerkenswert war die Premiere der Deutschen Meisterschaften in der Ju no Kata U18. Erstmals wurde diese Kata auch im Jugendbereich auf nationaler Ebene ausgetragen. Bislang waren Deutsche Meisterschaften für Jugendliche ausschließlich in der Nage no Kata möglich. Der HSV Stöckte war bei dieser Premiere nicht nur vertreten, sondern prägte den Wettbewerb eindrucksvoll.
Ved Gondaliya und Per-Mattis Johannsen sicherten sich mit einer herausragenden Demonstration den ersten Deutschen Meistertitel, der jemals in der Ju no Kata U18 vergeben wurde. Mit ihrer technisch sauberen, harmonischen und ausdrucksstarken Präsentation ließen sie viele Zuschauer staunen und setzten sich souverän an die Spitze des Feldes.
Für ein weiteres Highlight sorgten Celine Packeiser und Victoria da Silva Sehm. Mit einer starken und konstanten Leistung erkämpften sie sich die Silbermedaille. Ohne einen Griffverlust während ihrer Vorführung hätten beide HSV-Teams an diesem Tag sogar ein spannendes Duell um Gold unter sich ausmachen können. Die übrige Konkurrenz wurde von den beiden Stöckter Paaren deutlich auf die hinteren Plätze verwiesen.
Damit gingen Gold und Silber bei der ersten Deutschen Meisterschaft in der Ju no Kata U18 an den HSV Stöckte. Die ersten Deutschen Meister und die ersten Deutschen Vizemeister dieser Disziplin kommen somit aus Stöckte – ein historischer Erfolg.
Während die Jugendteams auf der einen Wettkampffläche ihre Ju no Kata präsentierten, stand ihre Trainerin Carolin Charina Jeromin parallel gemeinsam mit Martin Etter in der Katame no Kata auf der Matte.
Die Katame no Kata gilt als die Kata der Kontrolle. Haltegriffe, Hebel- und Würgetechniken werden dabei in höchster Präzision demonstriert und zeigen die technischen Grundlagen des Bodenkampfes im Judo.
In einem großen und leistungsstarken Teilnehmerfeld zeigten Jeromin und Etter bereits in der Vorrunde eine starke Vorstellung. Mit 398,5 Punkten belegten sie Platz eins und qualifizierten sich souverän für das Finale.
Rund zwei Stunden später mussten die beiden als erstes Paar des Finaldurchgangs erneut auf die Matte – eine besonders anspruchsvolle Ausgangsposition. Hoch konzentriert präsentierten sie ihre Kata nahezu fehlerfrei und überzeugten die Wertungsrichter mit einer beeindruckenden Darbietung. Die Belohnung: 404 Punkte.
Anschließend begann das lange Warten auf die Wertungen der fünf weiteren Finalisten. Bis zum letzten Starter blieb die Entscheidung offen. Erst die zweifachen Vizeweltmeister und mehrfachen Deutschen Meister konnten sich knapp vor das HSV-Duo setzen. Damit sicherten sich Carolin Charina Jeromin und Martin Etter die Silbermedaille und den Deutschen Vizemeistertitel.
Bereits am Vortag waren Jette Buchholz und Laurenz Degener in der Nage no Kata bei den Senioren an den Start gegangen. Für die beiden war es bereits die zweite Teilnahme auf nationaler Ebene in dieser Altersklasse.
In einem starken Teilnehmerfeld qualifizierten sie sich als Zweite der Vorrunde für das Finale und behaupteten sich dabei nur hauchdünn vor den späteren Drittplatzierten. Im Finale gelang ihnen nochmals eine Punktesteigerung. Am Ende stand ein hervorragender vierter Platz zu Buche.
Besonders bemerkenswert: Die Nage no Kata wurde von den amtierenden EM-Dritten gewonnen, vor den aktuellen EM-Fünften. Umso höher ist die Leistung von Buchholz und Degener einzuschätzen.
Mit einem Deutschen Meistertitel und zwei Deutschen Vizemeistertiteln zählt der HSV Stöckte zu den erfolgreichsten Vereinen der Deutschen Kata-Meisterschaften 2026. Die ersten Deutschen Meister der Geschichte in der Ju no Kata U18 kommen aus Stöckte. Hinzu kommen die Deutschen Vizemeister in der Ju no Kata U18 sowie in der Katame no Kata der Senioren.
Drei Teams, drei Medaillen. Dazu ein starker vierter Platz in einem hochklassigen Seniorenfeld. Unter den schwierigen Bedingungen eines außergewöhnlich heißen Wochenendes präsentierte sich der HSV Stöckte eindrucksvoll auf nationaler Bühne und setzte ein starkes Ausrufezeichen im deutschen Kata-Judo.


