16
02
2020

Aktionstag – Judo für Blinde und Menschen mit Sehbehinderung

Von: Judo 0

Am 16. Februar öffnete sich die Judoabteilung durch eine Kickoff-Veranstaltung für Blinde und Menschen mit Sehbehinderung. Diese Aktion konnte aufgrund der Unterstützung von Aktion Mensch stattfinden.

Judo ist ein Kontaktsport, der sich hervorragend für Menschen mit Beeinträchtigungen eignet. Die Trainingspartner helfen sich gegenseitig, um sich zu verbessern, und geben auf den anderen Acht. Gerade durch das Erlernen des sicheren Fallens ist Judo eine sehr verletzungsarme Sportart.

Auf der Ebene der Sehbehinderung ist Judo sogar eine paralympische Disziplin, in der auch nächstes Jahr wieder einige deutsche Athleten in Tokio starten werden.

Im Bereich Inklusion wurden im Vorfeld spezielle Lehrgänge besucht, sodass langfristig Personen mit Sehbehinderung in den Trainingsalltag integriert werden können.

Für diesen Tag waren alle Interessierten mit Sehbehinderung oder Blinde zwischen 6 und 50 Jahren eingeladen, in den Kampfsport Judo hinein zu schnuppern. Gleichzeitig nahmen aufgeschlossene Judoka im Alter von 8 bis 15 Jahren aus dem eigenen Verein an der Veranstaltung teil, um sich für das Thema Inklusion zu begeistern und Menschen mit und ohne Einschränkungen zusammenzuführen.

Hauptbestandteil des Trainings war es, dass die Kinder mit Seheinschränkung an wurden. Dabei konnten sie in einer kontrollierten sicheren Umgebung unter Anleitung die ersten Judotechniken ausprobieren und Einblicke in unsere Trainingsinhalte bekommen.

Um dies umzusetzen, trainierte immer ein Kind mit Sehbehinderung mit einem schon erfahrenen Judoka, um die bestmöglichste Unterstützung zu erhalten. Dabei wurde eine enge Zusammenarbeit zwischen den Sportlern angestrebt und gleichzeitig die Judowerte gestärkt, wie u.a. Hilfsbereitschaft, Wertschätzung, Respekt und Freundschaft. Gleichzeitig konnten die erfahrenen Judoka mithilfe von Augenbinden selbst erfahren, wie es ist, auf den Sehsinn zu verzichten und sich ganz auf die fühlbaren Bewegungen des Partners zu verlassen. Dadurch wurde die Motorik der Judoka gestärkt und ihnen verdeutlicht, wie wichtig es ist, sich auf seine Intuition zu verlassen, anstatt nur auf die Füße des Partners zu schauen, bis sich dort etwas bewegt.

Von allen Teilnehmern erhielten wir nach dem gemeinsamen Training ein begeistertes Feedback. Die erfahrenen Judoka möchten die Trainingsmethode mit den Augenbinden mit ins alltägliche Training einbauen, um besser zu lernen, wie sich der richtige Wurfansatz anfühlt und intuitiv die richtigen Techniken anwenden zu können.

Die Anfänger mit Sehbehinderung haben gemerkt, wie sie im Laufe des Trainings mehr Körperspannung bekamen und selbstbewusster an die Techniken herangingen. Wer an dem Aktionstag leider nicht teilnehmen konnte und trotzdem Judo ausprobieren möchte, ist jederzeit bei unseren normalen Trainingszeiten herzlich eingeladen.